Ein Abenteuer, eine Liebe...
Faro
(Historischer Roman)
1943, Weltkrieg, Francos Spanien ist neutral. Michael ist der einzige Überlebende von U-810. Paulus versteckt ihn vor der Guardia civil. Am "Faro", dem Leuchtturm von Maspalomas, verliebt sich Michael in Serina. Sie öffnet ihm die Augen für die Lügen des Nazi-Regimes. Er beginnt ein neues Leben fernab von Krieg und Hass. Dann holt ihn die Vergangenheit ein. Ohne es zu wissen, hat er ein Geheimnis mit auf die Insel gebracht. Sie spüren ihn auf, seine Verfolger sind gnadenlos, bis Serina ihm das Leben rettet. Aber es ist noch nicht zu Ende. Jahre später führt ein neues Abenteuer Serina und Michael auf der "Rattenlinie" nach Argentinien. Erst jetzt kann Michael mit allem abschließen.
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Recherchen
Gran Canaria und der „Faro de Maspalomas“
Bei meinem Recherchen zum historischen Roman
F a r o darf der echte Faro de Maspalomas selbst natürlich nicht fehlen.
Im Jahre 1943 herrschte der Francismus über Spanien. Generalísimo Francisco Franco und seine falangistischen Milizen hatten 1939 die Frente Popular, die spanische Volksfront, niedergerungen und den Spanischen Bürgerkrieg entschieden. Die Kanarischen Inseln gehören seit dem 15. Jahrhundert zur spanischen Krone. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es auf den Inseln Tourismus, der sich auf Gran Canaria größtenteils noch auf die Metropole Las Palmas beschränkte. Während des 2. Weltkrieges blieb Spanien neutral und dennoch drohten die Alliierten mehr als einmal mit der Besetzung der für den Atlantikkrieg strategisch günstig gelegenen Kanareninseln.
Fortsetzung:
Die Strände von Maspalomas und dem heutigen Playa del Ingles waren jedoch noch immer einsam und abgelegen. Im Jahre 1963 fand daher auch das deutsch-französische Filmteam bei den Dreharbeiten zu dem ZDF-Vierteiler „Die seltsamen und einzigartigen Abenteuer des Robinson Crusoe…“ ideale Bedingungen vor. Die Region an der Südspitze Gran Canarias wurde erst in den späten sechziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts nach und nach für den Massentourismus entdeckt.
Während des 2. Weltkriegs war Obertorpedo-Maat Michael Stromm nicht der einzige U-Boot-Mann, den es an den Strand von Maspalomas verschlagen hatte. Es gab die Havarie von U-167, das am 6. April 1943 ebenfalls nach einem Fliegerangriff von der Mannschaft aufgegeben werden musste. Der Vorfall ereignete sich aber direkt vor der Küste. Die gesamte Mannschaft konnte sich retten und wurde durch Agenten außer Landes gebracht. Lediglich der II WO verblieb noch eineinhalb Jahre auf Gran Canaria, um als Schriftoffizier aufschwimmende Papiere und Ausrüstungsgegenstände des gesunkenen U-Bootes zu bergen und zu sammeln, um sie danach zu vernichten.
Ein Entkommen von Gran Canaria war Michael Stromm nicht gelungen, so dass seine Geschichte eine ganz andere Wendung nehmen konnte. Nach zwei Fluchtversuchen kehrte er endgültig wieder zum „Faro“ zurück und blieb dort bis zum Kriegsende. Der „Faro de Maspalomas“ hat dem Roman schließlich auch den Titel gegeben. Dieses Bauwerk ist authentisch und auch seine Lage und seine Architektur sind weitgehend authentisch. Der „Faro“ wurde in den Jahren 1886 bis 1889 von Juan de Leon y Castillo entworfen und gebaut. Während der Bauzeit lebten die Arbeiter in einem steinernen Schuppen, der im Jahre 2001 einem Hotelgarten in Maspalomas weichen musste. Der „Faro“ wurde am 1. Februar 1890 in Betrieb genommen und ist noch heute in Betrieb. Einen Leuchtturmwärter, wie es Paulus Cavarro war, gibt es schon lange nicht mehr.
Hinter den Kulissen: "Serinas Buick"
Ich habe jetzt einmal in meinen alten Recherchen gestöbert. Bei meinem historischen Roman "F a r o" ist ja so einiges zusammen gekommen. Heute mal das Thema "Serinas Buick".
In „Faro“ treten zwei Personen auf, die für den Hauptprotagonisten Michael Stromm eine wichtige Rolle spielen. Es sind Señora Menozza und ihre Tochter Serina. Es gab auch noch Señor Menozza. Serinas Vater ist jedoch in den Wirren des Spanischen Bürgerkriegs gestorben. Serina und ihre Mutter sind noch während des Konflikts nach Gran Canaria geflüchtet. Señora Menozza hatte in Las Palmas einen Bruder, aber auch dort gab es Schwierigkeiten mit der Guardia Civil und so war das Bergdorf Fataga die letzte Zuflucht, um einigermaßen in Ruhe vor den Behörden leben zu können.
Fortsetzung:
Ein kleines Erbe hatten die Menozza nach Gran Canaria retten können. Es war der Buick von Señor Menozza. Dieser Wagen wurde fortan von Serina gefahren und so hat Michael sie auch kennengelernt - Serina und der Buick.
Ein Autor braucht immer auch Inspiration, braucht Bilder, um sich Personen, Orte und Dinge vorstellen zu können. Mir geht das zumindest so. Bei der Familie Menozza entstanden die Bilder zum Teil in meinem Kopf, zu einem anderen Teil waren es Fotografien aus dem Jahre 1935. Es fing mit einer einzigen Aufnahme an: Auf der Straße zum Faro de Maspalomas sieht man das Heck eines Automobils. Ich habe später weitere Bilder gefunden, die den Wagen aber auch deren Insassen zeigen. Es gibt noch Strandbilder dieser Personen, wie sie ein Picknick abhalten. Immer wieder wird der Wagen gezeigt und ich habe ihn zur Vorlage für Serinas Buick, dem Erbe ihres Vaters gemacht.
Während ich den Roman „Faro“ geschrieben habe, konnte ich leider die Marke und das Modell von „Serinas Wagen“ nicht identifizieren. Ich habe nach ähnlichen Fahrzeugen gesucht, rein vom äußerlichen her. Ein Buick von 1935 fiel mir auf und da habe ich mich entschieden: „Serinas Buick“.
Erst Jahre später bin ich der Sache dann richtig auf die Spur gekommen. Ich habe „Serinas Buick“ in einem Museum in Las Palmas wiedergefunden. Es war der Wagen auf den Fotografien von 1935. Es gab kleinere Umbauten an dem Fahrzeug, u.a. in der Lackierung. Aber ganz wichtig, an dem Wagen befand sich noch das Kennzeichen, das er bereits 1935 besessen hatte.
Jetzt konnte ich auch die Marke und das Modell identifizieren. Nicht zuletzt trug der Museums-Wagen nun ein Emblem im Kühlergrill, das auf den Fotografien von 1935 noch fehlte. Es waren die bekannten vier Ringe. Bei Serinas Buick handelte es sich demnach um einen Wanderer W22 der Auto Union.
U-Boot und U-Boot-Krieg
Und wieder zitiere ich meine alten Recherchen. Im ersten Teil meines historischen Romans F a r o dient der Protagonist Michael Stromm auf dem deutschen U-Boot U-810.
U-810 hat es nie gegeben. Ein Tauchboot mit dieser Nummer wurde zwar am 25.08.1941 bei der Seebeckwerft, Geestemünde in Auftrag gegeben, aber nie gebaut. Der Auftrag wurde zunächst am 06.11.1943 sistiert und dann am 22.07.1944 annulliert. U-810 sollte ein Typ IX C40 Boot werden.
Fortsetzung:
Die Boote dieses Typs hatten eine Verdrängung von gut 1.200t, bei einer Länge von 76,76m und einer Breite von 6,86m. Der Tiefgang betrug 4,67m. Die Diesel hatten eine Leistung von 2.500PS und für die Unterwasserfahrt standen E-Maschinen mit einer Leistung von 562PS zur Verfügung. Ein Typ IX C40 Boot erreichte eine Überwassergeschwindigkeit von gut 19 Knoten, getaucht konnte man mit bis zu 7,5 Knoten fahren. Die Besatzung bestand aus 43 bis 49 Mann. Neben dem Kommandanten gab es in der Regel 3 weitere Offiziere, 10 bis 14 Unteroffiziere und bis zu 25 Matrosen, Funk-, Maschinen- und Torpedogasten.
Über den deutschen U-Boot-Krieg während des 2. Weltkriegs wurde in zahlreichen Büchern und Veröffentlichungen berichtet. Nicht zuletzt ist Lothar Günther Buchheims Erlebnisbericht Das Boot hinreichend bekannt. Es gibt aber weitere, speziellere Literatur, die ich bei der Recherche zum ersten Teil meines historischen Romans F a r o verwendet habe.
- Dallies-Labourdette, Jean-Philippe: U-Boote - Eine Bildchronik 1935-1945, Motorbuch Verlag Spezial, 2005.
- Plottke, Herbert: Fächer los! - U172 im Einsatz, Podzun-Pallas Verlag, 1994.
- Gabler, Ulrich: Unterseebootbau, Bernard & Graefe Verlag, 1987.
- Paterson, Lawrence: U564 - Auf Feindfahrt - 70 Tage an Bord, Ullstein Verlag, 2004.
- Langsdorff, von Werner: U-Boote am Feind, Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh, 1937.
- Buchheim, Lothar-Günther: Das Boot, Piper Verlag, 2009.
- Petersen, Wolfgang: Das Boot - Die Fernsehserie, Deutschland 1981.
- Mulligan, Tomothy P.: Die Männer der deutschen U-Bootwaffe 1939-1945, Motorbuch Verlag, 2001.
- Trompelt, Heinz: Eine andere Sicht, Books on Demand, 2006.
- Kurowski, Franz: An alle Wölfe: Angriff!, Dörfler Verlag, 1986.
- Bartsch, Max: Was jeder vom deutschen U-Boot wissen muss, Wilhelm Lippert Verlag, Berlin, 1939.
- Hashagen, Ernst: U-Boote Westwärts, Verlag von E. S. Mittler & Sohn, Berlin 1943.
- Metzler, Jost: Sehrohr Südwärts!, Wilhelm Limpert Verlag, Berlin, 1943.
- Lehnhoff, Joachim: Die Heimfahrt der U 720, Heyne Verlag, München, 1969.