Wer ist das Mädchen mit dem Sonnenhut...?
Fälschung
Teil 1 der Fälschung-Trilogie
(Roman)
Wer ist das kleine Mädchen mit dem Sonnenhut, woher stammt das geheimnisvolle Gemälde, wurde es wirklich von einem Jahrhundertgenie erschaffen? Das Kunst- und Auktionshaus Blammer in München übernimmt den Auftrag zur Versteigerung, doch es ist schwerer als gedacht. Alle Indizien sprechen für die Echtheit des Gemäldes, aber es gibt einfach keinen Herkunftsnachweis, es gibt keine Spur von dem Bild hin zu dem großen Meister. Der Rechtsanwalt Georg Staffa macht sich auf die Suche. Seine Recherche führt ihn bald aus Europa in eine Welt, die er vorher nicht kannte, führt ihn fort von dem Gemälde, hin zu Menschen, deren Geschichte und Schicksal der Schlüssel zu dem Geheimnis ist.
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Recherchen
Yvette Jasoline und die
Dreyfus-Affäre
Bei der Recherche für die Tagebuch-Romane der Fälschung-Trilogie durfte die Dreyfus-Affäre nicht fehlen. Erneut war die Protagonistin Yvette Jasoline Zeitzeugin der Ereignisse.
"Paris, 8. November 1894 Es gibt eine Sache, die mich etwas betrübt, obwohl Victor und ich in keinster Weise betroffen sind. Im Figaro und sicherlich auch in anderen Zeitungen im ganzen Land, wird jetzt der Fall des Capitaines Dreyfus bekannt. Ein französischer Offizier wird des Hochverrats beschuldigt und seine Schuld ist anscheinend schon erwiesen. Nie hätte ich gedacht, einen Verbrecher einmal persönlich zu kennen und jetzt ist es Tatsache. Ich wurde Madame Lucie Dreyfus im Mai auf dem Militärball vorgestellt, ich habe mich mit ihr unterhalten und später kam auch ihr Mann, eben jener Capitaine Alfred Dreyfus, dazu und ich habe ein paar Worte mit ihm gewechselt. Bis vor wenigen Tagen war es etwas ganz normales, etwas, das ich schon fast vergessen hatte. Wie viele kurze Gespräche habe ich auf dem Ball geführt, mit den Damen und auch mit einigen der Offiziere."
Fortsetzung:
"Jetzt rückt diese Begegnung für mich in ein anderes Licht. Capitaine Alfred Dreyfus ist von der Republik Frankreich angeklagt und nach dem, was sich Paris erzählt, ist er wohl auch schuldig. Victor äußert sich nicht dazu, er hat mir nicht einmal richtig geantwortet, als ich ihn fragte wie gut er diesen Mann kenne. Er kennt ihn als Offizier, weniger als Kamerad und schon gar nicht persönlich, nicht sehr persönlich, wie Victor sich ausdrückte. Die Anarchisten sind unter sich und die Gesellschaft erwartet nichts anderes von ihnen, als dass sie Anarchisten sind, aber der französische Offizier muss bedingungslos zu Frankreich stehen. Das sind die Werte, die ich auch von Victor gelernt habe, die ich selbst durchlitten habe und auf die ich als Offiziersfrau genauso stolz bin wie Victor. Insgeheim hoffe ich, dass sich die Angelegenheit um Capitaine Dreyfus zu seinen Gunsten klärt, aber es sieht nicht gut aus. Lucie Dreyfus tut mir so leid, sie war damals im Mai so zuvorkommend und herzlich. Der Zufall wollte es, dass wir uns seither nicht mehr begegnet sind, jetzt scheint es Fügung zu sein, denn was würde es heute für Victor bedeuten, wenn ich eine Freundschaft zu der Frau eines Landesverräters hätte." gez. Yvette Jasoline."
Der Name Dreyfus hat einen besonderen Klang im Frankreich der Dritten Republik. Ein Offizier jüdischen Glaubens wird des Landesverrats beschuldigt. Frankreich ist sich uneins, ist es die Religion oder ist es das Verbrechen, oder ist es eben beides. Am Vorabend der Säkularisation beginnt die große Krise am 15.10.1894 wird Alfred Dreyfus verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, vertrauliche Informationen des französischen Generalstabs an ausländische Mächte geliefert zu haben. Yvette Jasoline ist mit Lucie und Alfred Dreyfus „flüchtig“ bekannt.
Die gesamte Geschichte der Dreyfus-Affäre soll an dieser Stelle nicht beschrieben werden. Es gibt hierzu eine große Anzahl Literatur. Für eine schnelle, aber dennoch gründliche Übersicht zu diesem Thema findet sich unter Wikipedia ein sehr guter Artikel, bei dem auch die Querverweise lohnen. Alfred Dreyfus war von 1895 bis 1899 auf der Teufelsinsel vor der Küste von Französisch-Guayana verbannt. Ein Name sei noch erwähnt, Émile Zola. Mit seinem offenen Brief „J’accuse …! (Ich klage an…!)“, der am 13. Januar 1898 in der Tageszeitung L’Aurore erschien, war er maßgeblich daran beteiligt, den Fall Dreyfus noch einmal vor die Gerichte zu bringen. Eine viel größere Rolle aber, spiele immer Lucie Dreyfus, die unermüdlich für ihren Mann gekämpft hat. Yvette Jasoline fühlte sich mit dieser Frau verbunden, obwohl sie es ihr nie sagen konnte.Yvette Jasoline hat den Fall Dreyfus in den Jahren 1895 bis 1901 sehr aufmerksam über die Zeitungen verfolgt. Vor allem das Petit Journal wurde sehr gerne von ihr gelesen. Alfred Dreyfus wurde 1906 rehabilitiert. Nach seinem Abschied aus der Armee im Jahre 1907 nahm er noch einmal als Reserveoffizier am Ersten Weltkrieg teil. Alfred Dreyfus starb am 12. Juli 1935. Seine Frau Lucie überlebte ihn um zehn Jahre. Die Enkelin Madeleine Levy wurde während des Zweiten Weltkriegs als Jüdin nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Lucie Dreyfus überlebte den Holocaust versteckt in Paris.
Gauguins Sicht: Vorher und Nachher
Bei meinen Recherchen zu Gauguin und dem Kunstkrimi Fälschung darf ich dieses Werk nicht unerwähnt lassen. Es wurde in Gauguins Nachlass als lose Blättersammlung in seiner Hütte auf Hiva Oa, Marquesas, gefunden.
Vorher und Nachher (Paul Gauguin):
Auf den Marquesas 1903
Zum Weinen.
Zum Lachen.
Zum Sterben.
Zum Leben.
Zum Leiden.
Zur Freude.
In Secula Seculorum.
Dies ist kein Buch. Ein Buch, ein schlechtes Buch selbst, ist eine große Sache. Irgendeine Wendung, ausgezeichnet im vierten Kapitel, wäre unpassend im zweiten. Nicht jeder ist vom Handwerk.
Restaurierung von "JoJo"
Ich nutze bei meinen Recherchen immer auch reale Ereignisse, die ich in die Geschichten einbaue. Im Kunstkrimi Fälschung ist dies ein Ereignis, dem der Protagonist Georg Staffa am End der Geschichte auf Hiva Oa begegnet.
In den Jahren 1992 bis 2003 wurde Jacques Brels ehemalige Beechcraft Twin Bonanza im Gauguin Museum von Hiva Oa ausgestellt. Ingenieure der Dassault Aviation haben die Maschine im Jahre 2003 restauriert und seit dem wird "JoJo" in einem Hangar neben dem Flugplatz von Atuona (Hiva Oa, Marquesas) ausgestellt.
Video JoJo (2003 Copyright Dassault Aviation)
Noa Noa - Gauguins Reise in die Südsee
In dem Tagebuch-Roman Ströme meines Ozeans lasse ich die Protagonistin Yvette Jasoline im Jahre 1895 von Frankreich in die Südsee reisen. Der Maler Paul Gauguin hatte 1892 eine ähnliche Reiseroute gewählt. Anschließend brachte er das Bilderbuch Noa Noa heraus.
Zitat:
Am 8. Juni, in der Nacht, nach dreiundsechzig Tagen von Hafen zu Hafen führender Überfahrt - dreiundsechzig Tagen voll fieberhafter Erwartung, voll ungeduldiger Träume der ersehnten Erde entgegen - erblickten wir auf dem Meer seltsame Feuer, die sich schwankend hin und her bewegten. Aus einem dunklen Himmel löste sich ein schwarzer, zackiger Kegel. Wir umschifften Morea und vor uns lag Tahiti.
Literatur von und über
Paul Gauguin
Für den Kunstkrimi "Fälschung" habe ich intensiv über den Maler Paul Gauguin recherchiert. Für den interessierten Leser habe ich eine kleine Literaturliste zusammengestellt:
- Paul Gauguin in seiner letzten Umgebung; Segalen, Victor; Qumran Verlag, 1982.
- Vorher und Nachher - Lebenserinnerungen; Gauguin, P.; DuMont Buchverlag Köln; 1998.
- Noa Noa; Paul Gauguin; Verlag E.A. Seemann; Leipzig 2003.
- Mein Vater Paul Gauguin; Gauguin, Pola; Henschelverlag; Berlin 1957.
- Paul Gauguin: Briefe; Galerie Verlag Fischerhude, 1989.
- Paul Gauguin: Briefe; Rembrandt-Verlag; Berlin; 1960.
- Paul Gauguin: Briefe; Henschelverlag; Berlin; 1963.
- Paul Gauguin - Das verlorene Paradies; Ausstellungskatalog; Herg. G.-W. Költzsch; Museum Folkwang Essen; Staatliche Museen zu Berlin Neue Nationalgalerie; DuMont Buchverlag Köln; 1998.
- Paul Gauguin - Bilder aus der Südsee; Hollmann, E.; Prestel-Verlag München, New York; 1996.
- Gauguin; Perruchot, H.; Bechtle Verlag; 1991.
- Gauguin; Walther, I.F.; Benedikt Taschenbuch Verlag GmbH; 1988.
Unbekanntes Bild von Paul Gauguin entdeckt...
Für den Kunstkrimi "Fälschung" habe ich eine Vorlage für ein maltechnisches Gutachten verwendet. Ich habe das Gutachten natürlich auf meine fiktive Geschichte angepasst und nicht einfach übernommen.
Quelle: http://paul.gauguin.wadiwe.de/
Da der Link offenbar nicht mehr existiert, habe ich die Dokumente hier abgelegt:
Maltechnisches Gutachten
Webseite (Ausdruck)
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